Die Gleichstellung in der Familie und im Erwerbsleben wird in der Verfassung ausdrücklich erwähnt. In der Schweiz ist sie aber noch lange nicht erreicht. Mit der Einführung eines zwei wöchigen Vaterschaftsurlaubes gehen wir einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung.

Mutter am Herd, Vater bei der Arbeit: Das entspricht nicht mehr der Realität der Familien in der Schweiz. Doch die Rahmenbedingungen stimmen nicht.

Die schweizerische Familienpolitik ist bis heute klar darauf ausgelegt, dass Frauen die Hauptlast der Betreuungsarbeit übernehmen, während den Männern die Hauptlast bei der Einkommenserzielung übergeben wird. Viele Frauen mit guter Ausbildung fallen so aus dem Arbeitsmarkt. Die Weichen für eine weitere Berufstätigkeit stellen sich in der sensiblen Phase nach der Geburt. Hier entscheidet sich, ob und inwieweit beide Elternteile weiter einer bezahlten Arbeit nachgehen. Packt der Vater in der Kinderbetreuung an, ist das wegweisend für den beruflichen Werdegang der Frau. 

Wer will, dass Frauen nach der Geburt wieder in den Arbeitsmarkt zurückkehren, muss den Vätern eine aktive Rolle bei der Betreuung der Kinder zugestehen. Dadurch werden Frauen direkt nach der Geburt, aber auch im weiteren Verlauf ihrer Erwerbskarriere, viel eher von ihren Partnern unterstützt. Wer von Fachkräftemangel spricht, darf auch deshalb zum Vaterschaftsurlaub nicht schweigen.

Hier drei weitere Gründe, weshalb es am 27. September 2020 gilt, JA zu stimmen:

Der Vaterschaftsurlaub ist gut für die KMU: Ein gesetzlich geregelter Vaterschaftsurlaub gibt den KMU gleich lange Spiesse wie den Grosskonzernen, die sich heute schon einen Vaterschaftsurlaub leisten können. Die Kosten für den Vaterschaftsurlaub werden auf alle Erwerbstätigen und Arbeitgeber verteilt. Das verteilt die Kosten für den Vaterschaftsurlaub fair und gibt den KMU Planungssicherheit. Der Vaterschaftsurlaub steigert so die Attraktivität der KMU für junge Fachkräfte. Er ist einfach umsetzbar.

Der Vaterschaftsurlaub ist eine bezahlbare Lösung: Damit 80’000 Neugeborene einen sicheren Start ins Leben haben, zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer je 20 Franken pro Jahr für den Vaterschaftsurlaub. Internationale Erfahrungen zeigen: Diese Investition zahlt sich volkswirtschaftlich aus.

Vaterschaftsurlaub ist Arbeit, nicht Erholung: Genauso wie Schwangerschaft und Wochenbett keine leichte Zeit sind, ist der Vaterschaftsurlaub weder Luxus noch Privatvergnügen. Im Gegenteil: Vaterschaftsurlaub ist intensive Arbeit in der Familie und für die Gemeinschaft. Er soll die Belastung zwischen den frisch gebackenen Müttern und Vätern gleichwertiger verteilen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s